Erste Wahlrunde in Nordzypern: Eroğlu und Akıncı fast gleichauf

Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen haben sich die Prognosen bestätigt. Amtsinhaber Derviş Eroğlu, der von den konservativen Parteien UBP und DP unterstützt wird, erreichte etwas mehr als 28,18 Prozent. Mustafa Akıncı kam auf 26,92 Prozent. Die Parlamentspräsidentin Sibel Siber, Kandidatin der sozialdemokratischen CTP landete nur auf Rang drei und schaffte 22,54 Prozent. Als Überraschung galt das gute Abschneiden des ehemaligen Unterhändlers von Präsident Eroğlu, Kudret Özersay. Özersay gehörte bislang nicht zum politischen Establishment Nordzyperns und erzielte 21,23 Prozent. In der Stichwahl am kommenden Sonntag treten demnach Amtsinhaber Eroğlu und der ehemalige Bürgermeister von Lefkoşa, Akıncı, gegeneinander an.

Amtsinhaber Derviş Eroğlu hat zwar in der ersten Wahlrunde eine relative Mehrheit erzielt, seine Chancen für einen Sieg bei der Stichwahl sind aber eher gering. Eroğlu wird von der Nationalen Einheitspartei UBP und der liberal-konservativen Demokratischen Partei DP unterstützt. Für die Stichwahl von Bedeutung sein dürfte das Wahlverhalten der Özersay-Wähler. Nachdem bei einem Treffen des Vorstands der CTP beschlossen wurde, dass die Sozialdemokraten im zweiten Wahlgang aktiv den ehemaligen Bürgermeister von Lefkoşa, Mustafa Akıncı, unterstützen werden, muss Eroğlu auf Özersay-Anhänger und Nichtwähler hoffen. Die unabhängigen Bewerber Mustafa Ulaş, Mustafa Onurer und Arif Salih Kırdağ kamen zusammen auf nicht einmal 1,1 Prozent der Stimmen, sodass ihre Wahlempfehlung wenig Ausschlag geben dürfte. [trnc munich, kıbrıs]